Was dir am meisten Angst macht, ist meistens genau das, was du tun solltest oder: Dinge, die ich gerne mit 20 gewusst hätte

Meine Cousine postete neulich diesen Spruch, der gerade überall rumgeistert: „Be who you needed when you were younger“. Ich hatte ihn schon mehrmals gelesen und einfach als blödes Sprüchlein abgetan, aber in Verbindung mit dem Foto meiner Cousine brachte er mich doch zum Nachdenken. Sie ist 20 und studiert – wie ich damals – als Erste in ihrer Familie (Jura allerdings, aus Gründen, die mir schleierhaft sind). Ich fragte mich: Wen hätte ich denn gebraucht mit 20, als junge, eher einsame Studentin? Was von dem, das ich heute weiß, hätte ich denn damals gerne gewusst? Auch wenn mir natürlich klar ist, dass ich meinen Weg nur so gehen konnte, wie ich ihn nunmal gegangen bin und ich nur das wissen konnte, was ich eben wusste, fielen mir ein paar Dinge ein, die ich ihm gerne sagen würde, meinem 20-jährigen Ich. Ein paar davon habe ich aufgeschrieben. Et voilà, es folgt die Nummer eins aus der Serie: Dinge, die ich gerne mit 20 gewusst hätte.

Du denkst, dass Angst vor etwas zu haben bedeutet, dass du die Finger davon lassen solltest. Dass Angst dazu da ist dich vor einer Dummheit, einer Schmach, einem Misserfolg zu beschützen. Das ist sie auch. Die Angst, die dich daran hindert auf eine vielbefahrene Straße zu laufen oder eine Flasche Wodka auszutrinken sorgt dafür, dass du am Leben bleibst.

Aber es gibt noch eine andere Art von Angst, eine, die nur so tut als ginge es um Leben und Tod. Die sich aufspielt und dir einflüstert, dass ein Buch zu schreiben, Kinder zu bekommen oder einfach nur deine Meinung zu sagen dich sofort umbringen würde. Mindestens.

Allein bei dem Gedanken daran fängt dein Herz an zu rasen, dein Kopf wird ganz wattig und deine Glieder zittrig und das ist für dich der Beweis, dass es sich um echte, berechtigte Angst handelt. Aber das ist erstens nicht wahr, und zweitens wirst du über die Jahre lernen, dass genau da, wo die größte Angst ist, auch dein größtes Glück liegt. Dass du dich nicht erinnern wirst, wie sich Glück anfühlt, bevor du nicht deine größten Ängste – die vor eigenen Kindern, die vor dem Schreiben und die vor dem Scheitern – überwindest. Oder sie vielmehr nicht überwindest, denn das geht nicht. Aber du kannst es einfach trotzdem machen. Trotz Angst.

Das mag für dich jetzt grausam klingen, aber im Grunde ist es ein Geschenk. Weil es bedeutet, dass du die Angst als Kompass benutzen kannst. Oder neumodischer, als Navigationsgerät. Eines, das dir den Weg durch die vielen Möglichkeiten weist, die du hast (und für die du sehr dankbar sein kannst), und dich dahin führt, wo es dir gut geht.

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