Das achte Leben, Süßkartoffeln und New World – 5 Freitagslieblinge am 5. Mai 2017

Die erste Maiwoche ist vorbei – kaum zu glauben! Meine südländischen Zellen sind völlig irritiert ob der winterlichen Zustände und haben ihre Wärmeproduktion schon eingestellt, was bedeutet, dass ich den ganzen Tag mit zwei Wolldecken rumlaufen möchte. Da helfen nur die Freitagslieblinge, um mich halbwegs frohen Mutes durch das Wochenende zu bringen.

Los geht’s, wie immer, mit dem Buch der Woche. Das ist nicht einfach ein Buch. Auf Portugiesisch hängt man, wenn man ausdrücken möchte, dass etwas besonders groß ist, ein „-ão“ an. Das ist so einer von diesen charmanten Nasallauten, die diese Sprache so klingen lassen als hätte man permanent einen halben Stockfisch im Mund. Das Buch, das ich gerade lese ist also ein Buchão, in jeder Hinsicht. „Das achte Leben“ von Nino Haratischwili – die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ca. 31 Jahre alt war – erzählt auf 1280 Seiten eine sechs Generationen umfassende georgisch-russische Familiengeschichte über das gesamte 20. Jahrhundert. Ich hatte das Buch schon damals bei der Veröffentlichung gekauft und es dann aus Respekt vor der Seitenzahl erstmal ungelesen ins Regal gestellt. Dann hat aber unser Freund an der Inszenierung am Thalia Theater mitgewirkt und sehr davon geschwärmt. Ich wollte es gerne lesen bevor ich mir die ansehe – und jetzt kann ich es kaum weglegen. Mehr verraten will ich nicht, nur soviel: ich werde nie mehr einfach heiße Schokolade trinken können.

Das Lieblingsessen der Woche stammt aus dem Kochbuch „Deliciously Ella – Für jeden Tag“ und war auch einfach absolut delicious: Gebackene Süßkartoffel mit Champignons und Avocado. Im Originalrezept sind noch Bohnen dabei, da ich die aber nicht mag, hab ich sie weggelassen und es war trotzdem großartig.

Die Kategorie „Lieblingsmoment nur für mich“ könnte auf Dauer ziemlich witzlos werden. Denn die wird wahrscheinlich immer das Buch der Woche beinhalten, und eine Decke (bei diesen unsäglichen Temperaturen jedenfalls), und vielleicht noch eine Tasse Kaffee. Immer wieder toll für mich, aber langweilig für Euch. 🙂

Der Lieblingsmoment mit den Kindern fand neulich abends statt, als der Papa von der Arbeit schrieb, dass er die Jungs ins Bett bringen wolle. Da hatte ich sie aber schon umgezogen und bettfertig gemacht, also hatten wir noch Zeit für ein bisschen Quatsch. Da schlug der Große vor wir sollten Verstecken spielen. Nun ist ja Verstecken mit einem Zwei- und einem Vierjährigen so eine Sache. Der Kleine lachte sich in jedem Versteck kringelig und auch der Große konnte kaum an sich halten, aber diese Freudenschreie, wenn ich sie fand, oder sie mich, die waren doch so ziemlich das Schönste, was ich in letzter Zeit gehört habe. Wenn ein Kind sich freut, dann freut sich wirklich das ganze Kind. Bis in die Haarspitzen und die kleinen Zehen. Vielleicht ist es albern, aber ich werde da sehr rührselig. Und auch ein bisschen neidisch. Weil ich mich nicht erinnern kann, wann ich mich zuletzt bis in die Haarspitzen gefreut habe.

Oder vielleicht doch. Musik macht bei mir manchmal so eine Bis-in-die-Haarspitzen-Freude. Mein Mann musste mal wieder eine Musikrecherche machen. Normalerweise bedeutet das, dass wir uns hier tagelang ziemlich schräge Sachen in voller Lautstärke anhören. Aber dieses Mal konnte ich sogar meine begrenzte Expertise beisteuern und bin dabei eingetaucht in Musik, die ich so mit 17, 18 gehört und sehr geliebt habe. Und weil ich gerade so sentimental bin, lasse ich Euch ein Stück als Inspiration der Woche da. Voilà, „New World“ (gaaaaanz laut hören)! Habt ein schönes Wochenende! Mehr Freitagslieblinge findet ihr wie immer bei der BerlinMitteMom.

 

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