Anna Karenina, Heiligenhafen und Geborgen Wachsen – 5 Freitagslieblinge am 11. August 2017

Eine Woche, die entfernt an den Sommer erinnert hat, ist vorbei. Wir haben die meiste Zeit im Garten gearbeitet und alles, was auch nur entfernt an Holz erinnert, hat von mir einen neuen Anstrich bekommen. Jetzt regnet es schon wieder und statt die neue Farbenpracht im Garten zu bestaunen, sitze ich mit einer Wolldecke vor dem Rechner. Man hat sich inzwischen aber auch dran gewöhnt, an diesen Sommer mit Novembergefühl. Und ich will mich nicht beschweren – wir waren Anfang der Woche an der Ostsee und hatten nur Pullis und lange Hosen an!

Kommen wir zum Buch der Woche. Ich arbeite mich gerade zum zweiten Mal durch Anna Karenina. Das war, obwohl es ein fantastisches Buch ist, mit 20 irgendwie einfacher. Ich hatte ja NIX zu tun! Anatomie pauken, klar, Physiologie, Biochemie, easy war das nicht – aber ansonsten konnte ich lesen soviel wie ich wollte. Was war das für ein Leben! Und was ist eigentlich heute mit mir los, dass ich sowas ernsthaft mit nichtmal richtig Mitte 3o schreiben muss? Ich vermisse immer Zeit zum Lesen, egal, wieviel ich habe. Das war schon immer so und wird wahrscheinlich immer so sein, es sei denn jemand erfindet den Beruf der professionellen Buchleserin. 😉 Wie auch immer, wenn ich groß bin möchte ich Menschen so beschreiben können, wie Tolstoi Anna Karenina beschreibt:

„Der Blick ihrer blitzenden grauen Augen, die unter den dichten Wimpern dunkel schienen, ruhte warm und aufmerksam auf ihm, als sähe sie in ihm einen Bekannten, dann schweifte er suchend über die vorbeiströmende Menschenmenge. In diesem schnellen Blick spürte Wronskij ein nur mühsam verhaltenes lebhaftes Temperament, das in ihren Zügen, ihren blitzenden Augen und in einem kaum merklichen Lächeln zuckte und ihre schön gebogenen Lippen umspielte. Es schien, als ob ihr ganzes Wesen von einem Zuviel erfüllt war, das bald in ihrem strahlenden Blick, bald im Lächeln zum Ausdruck kam. Sie suchte zwar den Glanz ihrer Augen gleichsam zu dämpfen, aber sie leuchteten auch gegen ihren Willen.“

Das Essen der Woche waren schlichte Süßkartoffelpommes in Heiligenhafen. Ich habe mehrfach versucht zuhause eine schmeckende Variante davon hinzubekommen, aber es ist niemals so lecker wie anderswo. Ein Foto hab ich leider nicht – die waren so schnell weg!

Den Lieblingsmoment mit den Kindern hatte ich ebendort, in Heiligenhafen. Ich war alleine mit den Jungs unterwegs und es war eher anstrengend – sie haben sehr schlecht geschlafen und waren entsprechend krawallig drauf. (Diese Alles-ist-immer-nur-„Kacka“ Phase, bitte sagt mir, dass das aufhört!) Aber es gab sie natürlich trotzdem, die schönen kurzen Momente, in denen die beiden einträchtig Steine ins Wasser warfen und Matschburgen bauten und ich die Nase in den Wind hielt. Am Meer ist einfach alles gut.

Einen Lieblingsmoment nur für mich hatte ich am ehesten bei meinen Maleraktionen im Garten, auch wenn die Kinder da dabei waren. Es kostet immer ein bisschen Überwindung, aber ich mache das sehr gerne. Es juckt mich auch schon wieder in den Fingern das halbe Haus neu zu streichen, aber ich halte mich noch zurück – weil es dann doch nicht alle paar Monate sein muss. Und ist das Kinderhäuschen nicht hübsch geworden?

Darf man bei der Inspiration der Woche auch eigene Artikel teilen? Ich finde, man darf. Es ist nämlich ein Gastartikel, den ich für Geborgen Wachsen geschrieben habe, und inspirierend ist die Geschichte dahinter: als Susanne nämlich Anfang des Jahres schrieb, dass sie Gastautoren suche, habe ich NIEMALS geglaubt, dass ich dafür in Frage käme. Ich habe ihr trotzdem eine Mail geschickt. Und zu meiner Überraschung antwortete sie, dass sie sich über einen Artikel freuen würde. Den gibt es jetzt hier zu lesen. Über ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, weil es mir so häufig begegnet: Wie schafft man es eigentlich liebevoll und respektvoll mit seinen Kindern umzugehen, wenn man selbst ganz anders aufgewachsen ist?

Und damit verabschiede ich mich ins Wochenende! Ich habe heute noch eine Orchesterprobe auf die ich mich riesig freue, und danach werde ich sicher müde und glücklich ins Bett fallen. Mehr Freitagslieblinge findet Ihr wie immer bei BerlinMitteMom.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Trag Dich in meinen Newsletter ein!